30 Jahre n@work – Der Aufstieg zum Internetprovider

Cisco 12000

Zum Abschluss unserer Serie „30 Jahre n@work“ möchten wir noch einmal in das Jahr 1999 zurückschauen – das Jahr, in dem n@work den entscheidenden Schritt vom Reseller zum echten, eigenständigen Internetprovider gemacht hat.

Anfang 1999 wurde n@work offizielles RIPE-Mitglied. Damit einher gingen zwei zentrale Zuteilungen: der eigene IP-Adressblock 212.12.32.0/19 sowie die Autonomous System Number 9211. Die AS-Nummer lässt sich am besten als eine Art Internet-Vorwahl verstehen. Sie macht ein Netzwerk weltweit eindeutig identifizierbar und ermöglicht die eigenständige Teilnahme am globalen Routing.

Mit diesem Schritt war n@work kein reiner Reseller oder Downstream-Kunde mehr. Wir wurden zu einem vollwertigen ISP, der aktiv am weltweiten BGP-Routing teilnahm. Die Teilnahme am BGP-Protokoll (Border Gateway Protocol) ist die technische Voraussetzung dafür, multihomed – also redundant an mehrere Upstream-Provider gleichzeitig – angeschlossen zu sein und sich an öffentlichen Peering-Punkten einzubinden. Nur so konnte Traffic intelligent und unabhängig gesteuert werden.

Die ersten BGP-Router, die bei uns ihren Dienst aufnahmen, waren Cisco 7000-Systeme. Technisch gesehen ein interessantes Stück Hardware für die damalige Zeit: Der Route Processor arbeitete mit einem 25 MHz Motorola 68040-Prozessor und 64 MB RAM. Der zusätzliche Silicon Switch Processor (SSP) diente als Hardware-Cache. Er übernahm die

autonome Vermittlung von IP-Paketen zwischen den verschiedenen Interface-Karten und wertete gleichzeitig Access-Listen aus. Dadurch wurde der Hauptprozessor deutlich entlastet – das Routing lief stabiler, performanter und mit sehr geringen Verzögerungen.

Anfang 1999 umfasste die komplette Routing-Tabelle des Internets rund 55.000 Routen. Diese Menge passte problemlos in den Hauptspeicher der Cisco 7000 Serie.

Als erste echte 100-Mbit-Schnittstellen setzten wir 1999 auf FDDI-Interfaces (Fiber Distributed Data Interface). Auch viele unserer wichtigen Server waren zu dieser Zeit mit FDDI-Karten ausgestattet – ein damals hochmoderner Standard für schnelle, zuverlässige Verbindungen. Unser erster Upstream-Provider wurde noch über eine 10-Mbit-Ethernet-Leitung angebunden. Im Laufe der Zeit folgten dann höherwertige Anbindungen mit 45 Mbit und 155-Mbit-ATM-Leitungen.

Ende 2000 wuchs die globale Routing-Tabelle jedoch so stark, dass der Speicher der Cisco 7000 Router nicht mehr ausreichte. Wir stiegen auf die leistungsstärkere Cisco 7500 Serie um. Nur wenige Jahre später folgten die Cisco 12000 Serie – die damaligen High-End-Router für den Einsatz im Backbone.

Rückblickend war die RIPE-Mitgliedschaft mit den eigenen IP-Adressen und der eigenen AS-Nummer einer der wichtigsten Meilensteine in der Geschichte von n@work. Diese Unabhängigkeit legte den technischen und strategischen Grundstein für alles, was in den folgenden Jahren folgte und bis heute unser Geschäftsmodell prägt: zuverlässige, unabhängige und hochverfügbare Internetverbindungen für Unternehmen und andere Netzbetreiber.

Damit endet unsere Serie „30 Jahre n@work“. Wir hoffen, dass unser Rückblick bei vielen von euch schöne Erinnerungen aufgefrischt und ein wenig von dem Pioniergeist und der Aufbruchsstimmung von damals wieder lebendig gemacht hat.
Vielen Dank, dass ihr uns auf dieser Reise durch drei Jahrzehnte begleitet habt.