Ende der 90er Jahre erlebte das Internet seinen ersten großen Hype. Immer mehr Unternehmen gingen an den Neuen Markt, Bewertungen explodierten und die Stimmung war euphorisch. Doch im Frühjahr 2000 drehte sich der Wind. Die Kurse fielen, im Herbst gab es die ersten Insolvenzen. Das ganze Drama wurde zynisch und schonungslos von der Website dotcomtod begleitet – einer Seite, auf der anonyme Insider über Pleiten, Entlassungen und das bittere Ende vieler Startups berichteten. Für uns wurde dotcomtod zur täglichen Pflichtlektüre.
Im Herbst 2001 kamen dann die Anschläge vom 11. September. Die Schockwellen erreichten auch die Old Economy. 2002 traf die Krise die Internetbranche dann mit voller Wucht. Eine Insolvenz jagte die nächste. Besonders dramatisch war die Pleite des großen Backbone-Betreibers Ebone Mitte 2002. Deren Admins hielten das Netz wochenlang mit Notstromaggregaten am Laufen, in der verzweifelten Hoffnung auf einen Investor. Vergeblich.
Auch bei n@work kam die Krise 2002 hart an. Die Umsätze in der Webdesign-Abteilung brachen fast komplett ein. Viele Kunden aus der traditionellen Wirtschaft kamen zu dem Schluss, das Internet sei nur eine Modeerscheinung gewesen, die nun vorbei sei. Die Investitionen trockneten dramatisch aus.
Die Gesellschafter zogen die Notbremse. Nur radikale Einschnitte konnten eine Insolvenz verhindern. Die Webdesign-Abteilung wurde fast vollständig abgebaut, aber auch in Verwaltung und Technik mussten Stellen gestrichen werden. Jede Kostenstelle wurde auf den Prüfstand gestellt. Es war eine harte, schmerzhafte Rosskur.
Doch sie wirkte. Bereits 2003 schrieben wir wieder eine schwarze Null, und in den Folgejahren ging es langsam wieder bergauf.
Rückblickend hatte die Krise auch etwas Gutes: Der Personalmarkt war um das Jahr 2000 völlig überhitzt. Gute Leute waren kaum zu bekommen, und viele mit überschaubaren Fähigkeiten wurden für viel zu hohe Gehälter eingestellt. Die Krise hat diesen Irrsinn gnadenlos bereinigt.
Das beherzte und letztlich erfolgreiche Handeln in dieser schweren Zeit gibt uns bis heute die Gewissheit, dass wir auch zukünftige Krisen bewältigen können.
Im nächsten Teil erzählen wir, wie die Pleite eines wichtigen Dienstleisters uns zu unserem ersten professionellen Rechenzentrum verholfen hat.