30 Jahre n@work – Das Rechenzentrum Wendenstraße

Rechenzentrum Wendenstraße vor der Renovierung

In den späten 90er Jahren entwickelte sich das Bürozentrum Luise in der Wendenstraße zum echten Hotspot der alternativen Carrier in Hamburg. Nach der Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes siedelten sich dort zahlreiche neue Anbieter an. Auch wir mieteten früh ein Rack bei NT Telcotrust und bezogen dort unseren Upstream von Ebone und Global Crossing.

Als die Krise 2002 die Branche mit voller Wucht erfasste, geriet auch NT Telcotrust in große Schwierigkeiten. Durch den Dominoeffekt zahlreicher Insolvenzen wurde ein eigentlich gesundes Unternehmen mit in den Abgrund gerissen. Der Insolvenzverwalter teilte schon kurz nach Eröffnung des Verfahrens mit, dass er die Energieversorgung der Colocation nicht mehr garantieren könne – eine dramatische Nachricht für alle betroffenen Kunden.

Zusammen mit TNG und IPHH ergriffen wir die Initiative. Wir übernahmen die Räumlichkeiten eines ebenfalls insolventen Voice-over-IP-Anbieters und gründeten gemeinsam die Incolocate, um den Betrieb fortzuführen. Ein großer Teil der ehemaligen NT Telcotrust-Kunden konnte so zu uns wechseln.

Das ehemalige NT Telcotrust-Rechenzentrum sah nach dem chaotischen Auszug verheerend aus – viele Kunden hatten in Panik einfach Kabelstränge durchtrennt. Dennoch waren die grundlegende Stromversorgung und die Klimatechnik weitgehend intakt. Wir konnten die Fläche zu sehr guten Konditionen übernehmen, rüsteten einen neuen Notstromgenerator und eine leistungsfähige USV nach und investierten viele Wochen in Aufräumarbeiten und Kabelsanierung. So entstand 2004 unser erstes wirklich professionelles Rechenzentrum – ein wichtiger Meilenstein für n@work.

Mit eigenem Rechenzentrum verlor Incolocate für uns zunehmend an Bedeutung. 2006 verkauften wir unsere Anteile schließlich an Global Connect.